Pinterest bietet Unternehmen eine gute Plattform, um eine kaufkräftige und vielseitig interessierte Zielgruppe zu erreichen. Auch ohne eigene Unternehmensprofil gibt es für Firmen Möglichkeiten, zum Gesprächsthema zu werden und die Kundenbindung zu erhöhen.

„Pinterest? Ja, das kenne ich. Meine Frau macht das.“ Das war die Antwort bei einem lokalen Händler, mit dem wir uns über die Möglichkeiten von Social Media unterhalten haben. Und er hat direkt einen Punkt getroffen: Die meisten Nutzer sind weiblich. Aber: mittlerweile sind 40% der Neuanmeldungen von Männern – laut Pinterest. Diese holen also gerade mächtig auf.

Nutzer, die bei Pinterest angemeldet sind, sind auf der Suche nach Inspiration. Sie pinnen Bilder auf eigene Pinnwände in ihrem Account. So können sie hier immer wieder darauf zugreifen – am Desktop oder per Smartphone-App.

Sind meine Kunden auf Pinterest?

Warum sollten diese Menschen eine interessante Zielgruppe sein? Weil viele Pinner kurz vor einer großen persönlichen Veränderung stehen.

Etwa 47% werden in den kommenden sechs Monaten eine größere Veränderung oder Investition machen. Sie informieren sich auf Pinterest über die optimale Ausführung ihres Vorhabens. (Quelle: Millward Brown, Pinterest Consumer Study 2015) Das kann ein Hauskauf sein, eine Hochzeit, das Gründen einer Familie, eine Weltreise und vieles mehr.

Die beliebtesten Kategorien sind laut Millward Brown Food (79%), Einrichten und Wohnen (60%), Mode und Accessoires (53%), Haare und Beauty (51%) sowie Gesundheit und Fitness (47%).

Und auch wenn die Branche eines Unternehmens nicht mit diesen Kategorien übereinstimmt, heißt das nicht, dass die Plattform nicht für Unternehmen außerhalb dieser Branchen für kreatives Marketing genutzt werden kann.

Brauche ich einen eigenen Unternehmens-Account bei Pinterest?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Man sollte sich einfach selbst fragen, wie aktiv man auf Pinterest sein möchte. Denn ein Pinterest Account, der nicht gepflegt wird bringt niemandem etwas. Dabei sollte das Pinnen keine lästige Aufgabe sein, sondern Spaß machen (und das nötige Wissen rund um Hashtags, Links und Beschreibungen sollte auch vorhanden sein).

Es gibt natürlich große Marken, die auf Pinterest vertreten sind wie Nike oder Adidas. Diese haben eine große Zielgruppe auf Konsumenten-Ebene und Mode und Sport sind passende Themen für die Plattform. Beste Voraussetzungen also, um erfolgreich bei Pinterest durchzustarten.

Pinterest Marketing Best Practice aus dem Bereich Automotive

Aber es geht auch anders. Honda hat eine Marketing-Aktion gestartet, die Nutzer anhalten sollte, auch mal die Finger vom Laptop und Smartphone zu lassen. Parallel zu der Markteinführung des SUV von Honda dem CR-V wurden fünf sehr aktive Pinner mit großer Reichweite zu einer „Pintermission“ herausgefordert.

Honda hat die Influencer angeschrieben und sie gefragt, 24 Stunden nichts auf Pinterest zu pinnen. Sondern stattdessen sollten sie das, was sich auf ihren Pinnwänden so tummelt tatsächlich erleben. Gemäß des Claims des Honda CR-V „Get out and life live“ sollten die fünf raus gehen und etwas unternehmen. Wer die 24 Stunden durchhielt bekam ein Preisgeld von 500 $.

Erlebnisse konnten der Besuch von neuen Orten sein, das Nachkochen eines tollen Rezeptes, ein Sportkurs, ein Kurztrip oder eine andere Aktivität, die man sich schon lange vorgenommen hat. Die Influencer haben dann also jeder ein persönliches Programm gestartet und Fotos davon nach dem Ablauf der 24 Stunden darüber gepostet.

Die Challenge, die Honda damit gestartet hat wurde ein voller Erfolg. Mehr als 4,6 Million User hat die Kampagne erreicht. Der Hastag #Pintermission wurde nicht nur auf Pinterest, sondern auch bei Twitter geteilt und immer mehr User haben auf die Kampagne aufmerksam gemacht.

Honda hat eigene Motivationsposter gestaltet, die parallel von weiteren Pinnern geteilt wurden. Und die gesamte Aktion hat Honda neben dem Einsatz des internen Marketing-Teams einen Einsatz von 2.500 $ gekostet. Mit einer guten Idee, einem kreativen Team und den passenden Influencern kann man somit oftmals mehr erreichen als man denkt.

Und auch wenn Honda mit einem Firmenkonto bei Pinterest vertreten ist, wäre dies für diese Aktion nicht unbedingt notwendig gewesen.